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Assetklasse

Unternehmerische Beteiligungen

Photovoltaik, Windpark, Infrastruktur, Private Equity. Der Zahlungsstrom stammt hier aus einem realen Betrieb — und ist damit so verlässlich wie dieser Betrieb. Kein Markt federt ab, wenn er stockt.

Ertrag

Ausschüttungen aus dem Betrieb

Kosten

Weiche Kosten, Verwaltungsgebühren

Risiko

Unternehmerisch, oft Nachrang

Liquidität

Sehr gering, laufzeitgebunden

Was kommt rein?

Ausschüttungen aus dem operativen Geschäft — bei einer Photovoltaikanlage etwa aus dem Verkauf des erzeugten Stroms. Dieser Zahlungsstrom kann über Jahre stabil laufen, weil ihm eine reale, oft vertraglich abgesicherte Einnahmequelle zugrunde liegt.

Zwei Einschränkungen gehören unmittelbar dazu. Erstens sind prognostizierte Ausschüttungen keine Zusagen: Sie stammen aus Modellrechnungen des Anbieters, die auf Annahmen zu Ertrag, Preisen und Kosten beruhen. Zweitens sind Ausschüttungen nicht gleich Gewinn — in frühen Jahren handelt es sich teilweise um Kapitalrückzahlungen, die den eigenen Anteil verringern.

Was geht ab?

Der kritische und am schwersten erkennbare Block sind dieweichen Kosten: Provisionen für die Vermittlung, Konzeptions- und Platzierungsgebühren, laufende Verwaltungs- und Treuhandvergütungen.

Sie werden aus dem eingezahlten Kapital bedient. Ein spürbarer Teil deiner Zeichnungssumme arbeitet also nie im Projekt, sondern deckt Vertriebs- und Verwaltungskosten. Im Prospekt steht dieser Anteil — meist nicht auf der ersten Seite. Ihn herauszusuchen ist die wirksamste Einzelprüfung vor einer Zeichnung.

Darstellung der weichen Kosten: Von der Zeichnungssumme gehen Vermittlungsprovision, Konzeptions- und Verwaltungskosten ab, bevor das verbleibende Kapital im Projekt arbeitet.
Weiche Kosten werden aus der Zeichnungssumme bedient — nicht das gesamte Kapital arbeitet im Projekt.

Was kann schiefgehen?

Hier trägst du unternehmerisches Risiko, ohne unternehmerischen Einfluss zu haben. Die häufigsten Ausfallwege:

RisikoBeschreibung
NachrangBei Nachrangdarlehen wirst du im Insolvenzfall zuletzt bedient — faktisch häufig gar nicht.
PrognoseabweichungWeniger Ertrag als kalkuliert, etwa durch schwächere Sonneneinstrahlung, technische Ausfälle oder gesunkene Preise.
BetreiberrisikoDer Betreiber wirtschaftet schlecht oder wird insolvent; du hast keinen operativen Einfluss.
RegulierungÄnderungen bei Vergütungssystemen oder Förderbedingungen treffen die Kalkulation über die gesamte Laufzeit.
Blind-PoolDie konkreten Investitionsobjekte stehen bei Zeichnung noch nicht fest, eine eigene Prüfung ist unmöglich.

Bei bestimmten Rechtsformen kommt hinzu, dass erhaltene Ausschüttungen unter Umständen zurückgefordert werden können, wenn sie nicht durch Gewinne gedeckt waren. Wer das nicht kennt, hält bereits verplantes Geld für endgültig.

Wie schnell wieder raus?

Praktisch gar nicht. Laufzeiten von zehn Jahren und mehr sind üblich, ein geregelter Zweitmarkt existiert nur vereinzelt und mit dünnem Volumen. Ein vorzeitiger Verkauf gelingt, wenn überhaupt, nur mit deutlichem Abschlag.

Diese Klasse eignet sich damit ausschließlich für Kapital, das über die volle Laufzeit nicht gebraucht wird — und dessen Verlust verkraftbar wäre.

Was der Fiskus nimmt

Die steuerliche Behandlung hängt vollständig von der gewählten Konstruktion ab und ist der komplizierteste Punkt dieser Anlageklasse:

Steuerliche Vorteile werden im Vertrieb dieser Produkte gern betont. Sie sind ein Nebenaspekt: Eine Beteiligung, die sich nur über die Steuerersparnis rechnet, rechnet sich nicht.

Risikohinweis

Unternehmerische Beteiligungen sind mit dem Risiko des vollständigen Verlusts des eingesetzten Kapitals verbunden, insbesondere bei Nachrangdarlehen. Prognostizierte Ausschüttungen sind unverbindliche Modellrechnungen. Dieser Text ist allgemeine Information, keine Anlage-, Rechts- oder Steuerberatung und keine Empfehlung für ein bestimmtes Angebot.

Häufige Fragen

Was ist ein Nachrangdarlehen und warum ist es riskant?

Bei einem Nachrangdarlehen tritt deine Forderung hinter die anderer Gläubiger zurück. Im Insolvenzfall wirst du erst bedient, wenn Banken und übrige Gläubiger vollständig befriedigt sind.

Praktisch bedeutet das häufig einen Totalverlust, denn in der Insolvenz reicht die Masse selten so weit. Viele Crowdinvesting-Angebote im Bereich Photovoltaik und Infrastruktur sind so konstruiert — der beworbene Zins ist die Vergütung genau für dieses Risiko.

Wie unterscheiden sich Eigenkapital- und Fremdkapitalbeteiligung?

Bei einer Eigenkapitalbeteiligung wirst du Mitgesellschafter: Du bist am Gewinn beteiligt, trägst aber auch Verluste und hast je nach Rechtsform Mitspracherechte.

Bei einer Fremdkapitalbeteiligung — etwa einem Darlehen — bist du Gläubiger mit festem Zinsanspruch. Du profitierst nicht von einem übergroßen Erfolg, trägst dafür aber auch nicht das volle unternehmerische Risiko, sofern das Darlehen nicht nachrangig ist.

Wie wird eine Photovoltaik-Beteiligung besteuert?

Das hängt vollständig von der Rechtsform ab. Eine Beteiligung an einer Personengesellschaft führt in der Regel zu gewerblichen Einkünften, die mit dem persönlichen Steuersatz versteuert werden und eine gesonderte Feststellung erfordern.

Bei Darlehenskonstruktionen handelt es sich dagegen um Einkünfte aus Kapitalvermögen. Weil die Gestaltungen stark variieren und Folgen bis hin zur Gewerbesteuerpflicht haben können, ist steuerlicher Rat vor der Zeichnung hier keine Formalie.

Kann ich eine Beteiligung vorzeitig verkaufen?

In der Regel nicht. Beteiligungen sind über die vereinbarte Laufzeit gebunden, die häufig viele Jahre beträgt. Einen geregelten Zweitmarkt gibt es nur vereinzelt und mit geringem Handelsvolumen.

Ein vorzeitiger Ausstieg gelingt daher meist nur mit erheblichem Abschlag oder gar nicht. Das eingesetzte Kapital sollte über die gesamte Laufzeit entbehrlich sein.

Was bedeutet ein Blind-Pool?

Bei einem Blind-Pool steht zum Zeitpunkt deiner Zeichnung noch nicht fest, in welche konkreten Projekte das Geld fließt. Du vertraust allein auf die Auswahlfähigkeit des Anbieters.

Das erhöht das Risiko erheblich, weil eine eigene Prüfung des Investitionsobjekts unmöglich ist. Prospekt und Leistungsbilanz des Anbieters sind dann die einzigen verfügbaren Anhaltspunkte.

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